Durch die Scheibe

By 22. April 2020Allgemein

Wie geht’s Dir?

Freiburger in der Isolation

Text: Gina Kulkat | Fotos: Felix Groteloh

Zum Zeitpunkt der Fotoreportage ist es vier Wochen her, dass für Freiburg und ganz Deutschland eine Ausgangsbeschränkung ausgesprochen wurde. Seitdem halten sich die Menschen den Großteil der Zeit in ihren Wohnungen auf, verlassen das Haus nur zum Einkaufen oder Sport machen. Vier Wochen, das sind 28 Tage und 672 Stunden, in denen sich die Freiburgerinnen und Freiburger in einem veränderten Alltag eingerich- tet haben. Wie geht es ihnen? Was macht die Krise mit ihnen, wie verbringen sie ihre Zeit und was vermissen sie am meisten?

Fotograf Felix Groteloh und Redakteurin Gina Kutkat haben Familien, Singles und WGs besucht. Sie erhielten Zutritt zu den Privatwohnungen, durften auf den Balkonen sitzen und wurden zum Kaffee eingeladen. Sie unterhielten sich – mit Abstand und Mund- schutz – mit den Menschen und Fotograf Felix Groteloh machte Porträts von ihnen: Er fotografierte sie durch die Fensterscheibe in ihrem Rückzugsort, der in Zeiten der Iso- lation an Wichtigkeit gewonnen hat. Nur bei einer Familie hat das nicht geklappt: Nadifa und ihr Mann leben mit ihren Kindern im Flüchtlingswohnheim – die Redakteure beka- men keinen Zutritt. Trotzdem gehören sie mit in diese Fotoreihe, denn auch sie waren so offen und haben erzählt, wie sie die Corona-Krise trifft.

Ich liebe den Sommer

Christiane Kratzin, 45 Jahre, mit ihren Töchtern Frida, Mathilda, Josephine und Hund Kalinka, Hoch- parterre, Wiehre

Normalerweise ist sie mit ihrem Rollstuhl viel und vergnügt unterwegs, erzählt Christiane Kratzin, die mit ihren Töchtern auf dem Balkon sitzt. Hündin Kalinka hat sich unter dem Sofa versteckt. Familie Kratzin hat seit vier Wochen die Parterre-Wohnung in der Wiehre kaum verlassen. „Aber mir geht es erstaunlich gut damit“, sagt die 45-jährige Obermedizinalrätin. Sie reflektiere sehr viel und komme mit der speziellen Zeit der Isolation besser zurecht, als sie zuerst befürchtet hatte. 

Vielleicht liegt es daran, dass ihre drei jugendlichen Töchter und ihre Hündin sie ablenken. „Wir reden mehr als vorher miteinander“, sagt Kratzin. Alle zusammen aber auch jede Tochter einzeln mit der Mama. „Dabei geht es nicht immer um Corona, aber schon oft.“ Zusammenhalt st jetzt wichtiger als zuvor in der Frauen-WG: Die Töchter gehen einkaufen und halten sich streng an die Kontaktsperre, um ihre Mutter nicht zu gefährden. Sie machen sich Sorgen um ihre Mutter, denn 

Christiane zählt wegen einer Herzschwäche zur Risikogruppe. Im Gegenzug dürfen die Teenager bis 11 schlafen – wenn die Konferenzen mit den Freunden über die Hausparty-App mal wieder bis 2 Uhr nachts gingen. „Geschlafen wird hier ganz viel“, sagt die 17-jährige Josephine.

„Am meisten vermisse ich die Gottesdienste im Münster“, erzählt Christiane. Die Ruhe und die Atmosphäre faszinieren sie und versetzen sie in einen meditativen Zustand. Früher arbeitete sie in der psychosomatischen Medizin, deshalb machen ihr vor allem die mental vorbelasteten Menschen Sorge. Sie würde auch gerne arbeiten und ihre Kollegen im Gesundheitsamt Freiburg unterstützen, das geht aber aufgrund des Risikos nicht. Das sei alles auszuhalten, so Kratzin. Nur der Gedanke, dass dieses Jahr der Sommer wohl ausfällt, der wiege schwer. „Ich liebe den Sommer.“

Es zehrt an mir

Mona Rabenau, 36 Jahre
Inhaberin Paint Your Style, Ladengeschäft auf zwei Etagen, Innenstadt

Sie hasst es, fotografiert zu werden. Deshalb hat sie auch erst gezögert, ob sie bei dem Projekt mitmachen soll. Doch Mona Rabenau, die in ihrem 160 Quadratmeter-Geschäft in der Freiburger Innenstadt steht, möchte ihre Geschichte erzählen. „Vielleicht hilft es mir selbst ja auch, die Angst, die Einsamkeit und Überforderung dadurch ‚auszusprechen‘“, sagt sie. Rabenau ist vor sieben Monaten von Berlin nach Freiburg gezogen, um „Paint Your Style“ zu eröffnen: Ein Laden, in dem man Keramik bemalen und vor Ort brennen lassen kann. 

Das Konzept kam gut an bei den Freiburgern, Mona arbeitete 16 Stunden pro Tag und kam trotzdem nicht hinterher. „Lange wäre das nicht mehr gut gegangen, es zehrte an mir“, sagt sie. Dann kam Corona: Mona schickte alle Mitarbeiter nach Hause, schloss sich in ihrem Laden ein und 

versucht seitdem, die Insolvenz abzuwenden. Sie kontaktiert Gläubiger, begleicht Rechnungen und sucht Wege, ihren Laden irgendwie zu retten. Die 9000-Euro-Soforthilfe der Bundesregierung waren eine Erleichterung, ob sie es finanziell schafft, weiß sie trotzdem nicht. „Ohne Kredit geht es nicht.“

Zu den geschäftlichen Sorgen kommen die persönlichen: Mona hat eine 1-Zimmer-Wohnung, in die sie aber nur zum Duschen und Schlafen geht. „Ich habe dort kein WLAN und würde sicher durchdrehen, dort alleine die Isolation aushalten zu müssen. Ich gehöre leider auch noch zur psychisch vorbelasteten Gruppe.“ Zwar habe sie Bekannte in Freiburg und über WhatsApp viel Kontakt zu ihren Mitarbeitern, aber am Ende des Tages muss sie die Leere der Räume alleine ertragen.

Gutes Essen und Grauburgunder

Leon Schnitzler, 36 Jahre Altbau-Dachgeschosswohnung, 5. Stock, Wiehre

Nur ein bisschen eingeschränkter als sonst – so beschreibt Leon Schnitzler die aktuelle Situation. „Mir geht es gut, ich bin ein optimistischer Mensch und komme mit der Krise gut klar“, sagt der 36-Jährige. In seiner Dachgeschosswohnung in der Wiehre arbeitet er im Homeoffice für seinen Arbeitgeber, einen global arbeitenden Automobilzulieferer, den die Corona-Krise auch getroffen hat. Schnitzler hat Wirtschaftsingenieurwesen in Mainz studiert, ist aber wieder in seiner Heimat Freiburg gelandet. 

Als Sales Manager hat er normalerweise eine 60-Stunden-Woche, jetzt arbeitet er 85 Prozent. Was er am meisten vermisst? Die sozialen Kontakte, „vor allem Essen gehen“, sagt er. „Ich habe hier bei mir fast noch nie gekocht.“ Der Besuch seiner Lieblingsrestaurants zusammen mit Freunden sei 

sein Ausgleich zum anstrengenden Job. „Gutes Essen und ein feiner Grauburgunder.“ Das kann er jetzt in Zeiten der Ausgangsbeschränkung kaum kompensieren. Ein kleiner Trost sind die Rennradtouren, die er jeden Tag mit ein paar Freunden macht. „Möglichst aktiv bleiben.“

Was die Kontaktsperre angeht, ist er bei seiner Familie streng. Für seinen Vater geht er einkaufen, seine Mutter schickte er erstmal in Quarantäne, als diese von einem Aufenthalt in Australien zurückkam. Ostern feierten die Schnitzlers im Ferienhaus im Schwarzwald, mit 1,5 Metern Abstand zwischen den einzelnen Tischen. Im veränderten Alltag sind sich die Schnitzlers dafür nah: Sie wohnen alle im selben Haus.

Das klappt nicht wirklich

Nilufa, 24 Jahre mit ihrem Mann und den zwei Kindern Benjamin, 1 und Denise, 4, 1. Stock Containerwohnung, Flüchtlingsheim Kaiserstuhlstraße, Stühlinger

Sie kommen raus, weil wir nicht rein dürfen: Nilufar und Zulmai lehnen sich an den Zaun, der die Besucher auf der Straße von der Containersiedlung in der Kaiserstuhlstraße trennt. Die Kinder spielen auf dem Gehweg. In einem kleinen Wächterhaus wird auch sonst streng kontrolliert, wer die Containersiedlung betritt. Aufgrund der Kontaktsperre sind Besuche gar nicht mehr erlaubt.

„Uns geht es nicht gut“, sagt Nilufar. Seit ein paar Wochen ist ihr sowieso enger Radius noch kleiner geworden. Das ganze Leben spielt sich in der Containersiedlung ab. Die Kinder gehen nicht mehr in die Kinderbetreuung und die Deutschkurse des Vereins „Bildung für alle“ fallen aus. Zwar finden Teile des Unterrichts nun digital statt, aber eine entspannte Lernatmosphäre ist nicht gegeben: Die Familie teilt sich zu viert 26 Quadratmeter in der Containersiedlung, aufgeteilt auf zwei Zimmer, 

die nur über den Flur miteinander verbunden sind. Die Küche und das Badezimmer teilen sie sich mit anderen Bewohnern. Die Türen im Wohnheim sind nicht dicht und manchmal gibt es gar keine. Nilufar putzt jeden Tag und versucht, alles sauber und hygienisch zu halten. „Das klappt nicht wirklich“, sagt sie.

Sie war im sechsten Monat schwanger, als sie mit ihrem Mann Zulmai aus Afghanistan nach Deutschland geflohen ist. Viereinhalb Jahre ist das jetzt her – seitdem lebt die Familie in der Containersiedlung. Eine Wohnung haben sie bislang noch nicht gefunden. „Wenn ich mit den Vermietern spreche und ihnen erzähle, dass wir hier leben, gibt es eine Absage.“ Trotzdem sei sie froh, in Deutschland zu sein. Hier fühle sie sich sicher und habe außerdem als Frau mehr Chancen auf Bildung. „An der Uni studieren“, das ist ihr großer Traum.

Wollt ihr auch was?

Lara Schmitz, 22 Jahre, Studentenwohnheim, 1. Stock, Freiburger Westen

„Wollt ihr auch was?“, fragt die 22-jährige Lara Schmitz und schüttet den Besuchern Desinfektionsmittel mit Limonengeruch in die Hände. „Das kaufe ich immer im türkischen Lebensmittelladen, hilft super“, sagt die Medizinstudentin. Sie spricht schnell und weil ein Mundschutz ihr Gesicht bedeckt, ist es erst schwer, ihren Worten zu folgen. Mitbewohner Nico, 23 und Jurastudent, muss seinen Mundschutz erst noch holen – und dann rutscht dieser immer wieder unter seine Nase. „Meine Mutter hat ihn selbst genäht, irgendwie hält das nicht.“

Die beiden Studierenden verbringen die Isolation in einer WG in einem Freiburger Studentenwohnheim. Beide waren über Ostern zuhause bei ihrer Familie, haben sich dann aber entschlossen, die Zeit in Freiburg zu verbringen – sie müssen lernen und Hausarbeiten schreiben. “Es war auch ein beklemmendes Gefühl bei meinen Eltern. Weil auch junge Menschen das 

Virus übertragen können”, sagt Lara. Was sich am meisten an ihrem Leben verändert hat? „Wir sehen uns als Mitbewohner öfter als vorher“, sagen beide fast gleichzeitig. Nico lacht und beschreibt die Situation als „entspannt“. Ihn stresse die Situation gar nicht, er nutze sie zum Prokastinieren. Lara stimmt ihm nur halb zu: „Entspannt, was das Einhalten des Putzplans angeht, das stimmt. Der wird gerade vernachlässigt.“

Leben im Studentenwohnheim, das schreit nach illegalen Corona-Partys oder heimlichen Verabredungen zum Grillen. Falsch gedacht: „Alle im Wohnheim halten sich an die Beschränkungen, viele sind auch gar nicht da, vielleicht 150“, sagt Lara. In der WG macht jeder weiterhin sein Ding, zwischendurch trifft man sich in der geräumigen Wohnküche und trinkt Kaffee, der in einer großen Thermoskanne auf dem Tisch steht. „Wer morgens als Erstes wach ist, kocht ihn“, erklärt Nico. „Meistens bin das ich“, sagt Lara.

Die Krise ist ein Geschenk

José Lavor, 37, Peugeot J7, Baujahr 1976, Fahrersitz, Haslach

Zur Begrüßung gibt’s von José Lavor keinen Handschlag, sondern einen Kick mit dem Fuß. Und ein Lächeln, das so breit ist wie sein Peugeot J7 lang. „Diese Krise ist ein Geschenk“, sagt der 37-Jährige gebürtige Brasilianer und kommt hinter seinem mintgrünen Foodtruck hervor. „Das ist das Beste, was uns allen passieren konnte. Veränderungen sind gut.“ Eigentlich wollte José jetzt mit seinem Bus unterwegs sein und seine feinen Speisen unter die Leute bringen – die Freiburger lieben sein Gourmet-Street-Food. Und José liebt seinen Truck, er ist nicht nur sein zweites Wohnzimmer, in dem er die meiste Zeit verbringt: “Er ist mein Baby.” 

Die Krise schmiss seine Pläne um – und er freute sich darüber. Seit einigen Wochen arbeitet er in Schallstadt-Mengen auf dem Naturgut Hörnle/Joel Siegel, einem zertifizierten Demeterbetrieb. Er erntet gerade Erdbeeren und Rhabarber. „Ich habe 

täglich Kontakt zu den Lebensmitteln, mit denen ich koche. Wann hat man das in der heutigen Zeit schon noch?“, fragt er aus dem Inneren seines Busses heraus. Die Herkunft seiner Produkte und der enge Kontakt zu den Herstellern waren ihm schon immer wichtig.

José Lavor kommt aus Florianópolis, einer Stadt auf einer kleinen Insel im Süden Brasiliens. Er lebte in England und Südafrika, bevor er nach Freiburg zog und unter anderem im Café Huber und der ehemaligen Osteria kochte. 2016 machte er sich dann mit dem Foodtruck selbstständig, immer an seiner Seite: Seine Frau Sonja, mit der er vier Kinder hat. Aktuell überlegt José, Kochvideos zu drehen, die GoPro hat er schon getestet. Vielleicht macht er aber auch was anderes, wer weiß das schon? “Ich liebe die Unsicherheit.”

Mama und Papa gewinnen meistens

Anja und Axel Schlatterer mit Emil, 9, und Karla, 8, Erdgeschosswohnung, Wiehre

Was Familie Schlatterer als Erstes gemacht hat, als die Ausgangsbeschränkung ausgesprochen wurde? „Eine Tischtennisplatte gekauft“, erzählt Mutter Anja. Die steht jetzt mitten in der Wohnung, direkt neben dem Tischkicker. In dem Raum mit den zwei Oberlichtern liefert sich die Familie nun regelmäßig Matches. „Mama und Papa gewinnen meistens“, sagt der neunjährige Emil.

Die sportlichen Auszeiten im eingeschränkten Alltag sind nur ein kleiner Trost für Axel und seine Kinder. Alle drei sind große Fans des SC Freiburg und vermissen die Zeiten im Stadion, „das fehlt mir wirklich am meisten“, sagt Axel. Er bereue, nicht beim Spiel gegen Union Berlin im Stadion gewesen zu sein. „Das wohl letzte Spiel 

im Schwarzwaldstadion.“ Denn wenn das alles vorbei ist, spielt der SC vielleicht schon an neuer Spielstätte.

Die Schlatterers haben ihren Alltag neu strukturiert: Die Kinder dürfen morgens länger schlafen, „dann arbeiten wir schon mal ein bis zwei Stunden“, erzählt Anja. Sie ist Fotoredakteurin, Mann Axel arbeitet im Controlling der Firma Sick. Beide sind das Homeoffice gewöhnt. Danach werden Hausaufgaben erledigt bis zum Mittag. Axel und Anja machen versetzt Pause und arbeiten dann bis etwa 16 Uhr. „Dann ist Familienzeit“, sagt Axel. Und die wird ausgiebig der Tischtennisplatte gewidmet. 

Ein Glück, dass wir den haben

Priscilla Bräuner, 37 Jahre mit Jannik und Fabian, Erdgeschosswohnung, Betzenhausen

Wenn ihr die Decke auf den Kopf fällt, schnappt sich Priscilla Bräuner ihren Mann, ihre  Söhne Jannik und Fabian und fährt mit ihnen in den Schrebergarten. „Ein Glück, dass wir den haben“, sagt die 37-Jährige. Doch an manchen Tagen nützt auch die kleine Alltagsflucht nicht: „Gestern hattest du schlechte Laune“, sagt der neunjährige Fabian. „Es ist schon anstrengend mit zwei Kindern, dem Homeschooling und der Ungewissheit, wann es wieder normal wird“, sagt Priscilla. Besonders die vergangene Woche sei hart gewesen. “Die ersten vier Wochen ging es noch. Jetzt nervt es.” 

Letzte Nacht hat der sechsjährige Jannik unruhig geschlafen, „er war um vier wach.“ Zeit für sich bleibt ihr kaum, sie ist rund um die Uhr gefragt, meistens sind die Jungs erst gegen 23 Uhr im Bett. Ihrer Arbeit im Kindergarten kann sie gerade nur teilweise nachgehen: Sie erledigt Aufgaben im Homeoffice. Am meisten belastet sie, dass sie 

ihre über 70-Jährige Mutter gerade nicht sehen darf. Die Familie steht sich nah, auch Priscillas Geschwister leben in Freiburg. „Ab und zu fahre ich zu meiner Mama und stelle Einkäufe vor die Tür, aber das ist auch nicht schön.“

Um ihre eigene Gesundheit macht sie sich keine Sorgen. „Es kann sogar sein, dass ich schon Covid-19 hatte“, sagt sie. „Im Dezember ging es mir ein paar Tage so schlecht wie schon lange nicht mehr. Mit Fieber und allem.“ Kurz vor der Ausgangsbeschränkung wollte die Familie zu einem Eishockey-Turnier von Fabian fahren. Normalerweise trainiert er drei Mal die Woche in der Nachwuchsabteilung des EHC. „Jetzt übe ich immer alleine in meinem Zimmer“, sagt er und zeigt durch die Scheibe stolz sein Trikot von Lieblingsspieler Cam Spiro. 

Texte: Gina Kutkat | Fotos: Felix Groteloh